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Immer Ärger mit Excel? Excel rechnet falsch

Dieser Beitrag liefert kein Tutorial zu Excel.

Das ist nicht etwa ein Titel, den ich mir ausgedacht habe, weil mich mal wieder Excel geärgert hat. Vielmehr ist es ein Titel von Sebastian Balzter, veröffentlicht in der FAS vom 08. August 2021 mit dem Titel „Immer Ärger mit Excel“. Als ich die Überschrift las, dachte ich mir, wie wahrscheinlich sehr viele von Ihnen auch, das hätte von mir sein können.

 

Ärger mit Excel. Wer kennt das nicht?

Ärger mit Excel ist dabei nicht immer so offensichtlich. Manchmal wird nicht sofort bemerkt, dass eine Berechnung gar nicht stimmen kann. Herr Balzter beschreibt in seinem Artikel, welche Excel Supergaus sich in der Vergangenheit ereigneten.
Zitat: „Mitarbeiter der englischen Gesundheitsbehörde hatten Excel benutzt, um nach positiven Corona-Tests die Kontaktnachverfolgung zu organisieren. Schließlich hatten sie Excel seit jeher für alles Mögliche eingesetzt.“

Um das Problem gleich zu benennen: Es wurde schlicht vergessen, dass die eingesetzte Version von Excel nur 64.000 Zeilen aufnimmt. Bei einer derartigen Flut von Daten ist diese Grenze aber schnell erreicht und es kam wie es kommen musste: Jeder weitere Eintrag führte dazu, das eine andere Zeile mit Inhalt auf Nimmerwiedersehen verschwand, überschrieben wurde. 

So wurden im vergangenen Herbst 16.000 an Corona infizierte Menschen zu spät benachrichtigt. Natürlich auch deren Kontakte zu spät informiert. Laut Artikel führte diese Verzögerung zu rund 125.000 zusätzlichen Infektionen von denen wahrscheinlich 1500 tödlich verliefen. Das spielte sich in England ab. Aber Deutschland sollte nicht hämisch herabschauen, sondern Inne halten, denn auch hier zulande nutzen die Gesundheitsämter das Excel Programm. Und wir wissen, dass die deutschen Amtsstuben „faxen“ machen. Ob die hier wissen, dass alte Excel Versionen nur 64000 Zeilen verarbeiten können?

 

Als meine Frau diesen Satz las, hörte ich einen Aufschrei

verbunden mit schallendem Gelächter: „Habe ich doch immer gesagt. Excel wird für alles Mögliche und Unmögliche benutzt. Ich habe Kunden, die schreiben damit. Die benötigen weder Word noch eine Datenbank, denn sie haben Excel. Das kann nicht funktionieren. Dafür ist Excel nicht erschaffen worden.“

 

Was Wasser auf die Mühlen meiner Frau ist,

ist für mich ein Alltagsproblem. Viele Anrufe erreichen mich, mit der Bitte doch einmal über die Excel-Tabelle zu schauen. Irgendwie funktioniert da was nicht. Mit diesen wagen Beschreibungen versuche ich eine Lösung für das Problem zu finden.

Die 4 häufigsten Excel-Probleme, die mir in meinem Alltag begegnen

1. Zelle wird leer interpretiert, obwohl ein Leerzeichen eingetragen wurde. Damit ist die Zelle nicht leer.
2. Versehentlich wurde ein Datum eingetragen, zum Beispiel statt 12,5 wurde 12.5 eingetragen. Damit ist die Zelle als Datum formatiert.
3. Excel sortiert falsch, weil in einer Checkbox ein Häkchen entfernt wurde.
4. Es wird falsch formatiert, weil falsch markiert wurde.
5. u.s.w

 

Wenn ich nur einen Hammer habe

Professor Dörr vom HPI (Hasso Plattner Institut) drückt es so aus: „Wenn ich nur einen Hammer habe, dann sehe ich überall Nägel. Auch wenn es Schrauben sind.“
Manchmal wird Excel für Aufgaben genutzt, für die es andere und bessere Programme gibt. Oft beschleicht mich der Verdacht, dass die ganze Welt aus Excel Arbeitsblätter besteht. Auch ich habe mich schön öfter gefragt, wie viele Tortendiagramme falsch kommuniziert werden in den Vorträgen dieser Welt. Falsche Zahlen bei unsachgemäßem Einsatz sind für mich nichts Neues. Handgestrickte Rechenformeln in unheilvoller Allianz mit unsichtbaren Feldern und falschen Zeichen sind leider keine Seltenheit.

 

Typisch – alte Programmversionen in den Behörden

Im Artikel der FAS wurden Probleme beschrieben, die aufgrund einer alten Programmversion entstanden sind. Nämlich einer Excel-Version, die in einer Arbeitsmappe lediglich 64.000 Einträge, also 64.000 Zeilen, verträgt.
Nun wissen wir spätestens seit Corona, dass Deutschland die Digitalisierung verschlafen hat. Ich werde nicht weiter darauf eingehen. Aber was mich wirklich wundert ist die Unkenntnis über grundlegendes Wissen in den Behörden. Wenn ich schon ein Uraltprogramm einsetzte und das große Rad drehen möchte, muss ich mich vorher informieren, ob das mit dieser Version von Office überhaupt funktioniert. Wie arrogant muss man sein?

 

Gibt es Alternativen zu Excel?

Ja. Große Unternehmen gehen schon länger auf die schlimmsten anzunehmen Excel-Gaus ein. Es werden nämlich Programme eingesetzt mit weniger Gestaltungsfreiheit. Damit wird´s stabiler in der Nutzung und weniger anfällig für Fehler. Meistens finden Sie solche Programme in der Finanz- und Steuerbuchhaltung. Je weniger der einzelne Nutzer „Herumschrauben“ kann, desto sicherer die Zahlen-Konstrukte.

 

Fazit

Excel ist keine eierlegende Wollmilchsau. Trotzdem ist Excel ein hervorragendes Tabellenkalkulationspropramm. Immer nur so gut, wie der User, der davor sitzt. Und auch nur so leistungsfähig, wie die Programmversion das vorsieht. Das gilt für alle Computerprogramme. In allen Amtsstuben und in allen Firmen dieser Welt.

Am Ende des Artikels von Herrn Balzter wird Stefan Wiemann zitiert. Wiemann leitet im deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg die Abteilung Genomanalyse. Zitat: “Wiemann hält verpflichtende Übungen für Erstsemester für sinnvoll. Besser noch: für alle Schulabgänger im Land. Man muss schließlich nicht erst studieren, um es später mit Excel zu tun zu bekommen.“

Was glauben Sie, wie ich dieses Zitat kommentiere?

Ich gebe Seminare in Excel und zwar auf den Kommunikationswegen der ONLINE-Welt und der OFFLINE-Welt. Offline in Form von guten gewohnten Präsenzveranstaltungen. Präsenzveranstaltungen natürlich nur, wenn Corona mich läßt. Glauben Sie mir, die  Online-Seminare sind mir zwischenzeitlich genauso ans Herz gewachsen. Die Luft da Draußen wird immer dicker und der Verkehr immer heftiger.  Vieles spricht für Online-Seminare.

Welche Art von Weiterbildung Sie auch bevorzugen , ich bin da für Sie. Rufen Sie mich an.