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Siezen oder duzen im Blog

Siezen oder duzen im Blog? Das ist hier die Frage.

Im Video-Blog von PCA Wrana werde ich Sie siezen. Das steht fest. Und wie ich zu dieser Wahl gekommen bin, welche Gedankenreise unternommen wurde gemeinsam mit meiner Frau und Freunden zu diesem Thema, möchte ich hier beschreiben. Wenn ich von UNS spreche, meine ich in diesen Momenten meine Frau, PCA Wrana-Helfer und Referenten, Freunde und natürlich mich selbst.

Alles begann mit unserer Entscheidung, die altgediente Webseite zu verjüngen. WordPress war uns sympathisch und wir starteten mit der Arbeit. Wir stolperten dann von Bog zu Blog mit mehr oder weniger nützlichen Inhalten und einem Phänomen, dass sich zumindest für unsere Generation (wir sind fast alle um die 60 Jahr alt), als etwas gewöhnungsbedürftig herausstellte. Wieso werden wir denn dauernd geduzt? Und damit stellten wir uns die Frage: “Siezen oder duzen im Blog?”

Siezen ist doch Teil unserer Sprachkultur, oder doch nicht, oder vielleicht nicht mehr?

Wir begannen, mal genauer hinzuschauen und vor allem zu lesen. Auf Firmenwebseiten zum Beispiel wird häufig gesiezt und beim Bloggen gehen die plötzlich in das populäre DU über. Das wirkt irgendwie verdreht, so gestelzt und aufgesetzt. Überzeugt hat uns das nicht wirklich.

Sprachkultur. Wo ist unsere Sprachkultur? Wir diskutierten und man stelle sich nur vor, dass Ende des 19. Jahrhunderts Kinder ihre eigenen Eltern noch gesiezt haben. Heute ist das unvorstellbar. Natürlich ändern sich Kultur und Sprache mit der Zeit. Merken wir gerade. Das flächendeckende Duzen hat sich verbreitet; vor allem in Blogs und wenn man die Blogkultur so betrachtet, könnte man meinen, die ganze Welt duzt sich, und es war noch nie anders. Es wird sogar davon gesprochen, dass ein Blog in dem gesiezt wird, weniger erfolgreich sein kann. Das Siezen wirkt so aus- und abgrenzend. Wirklich? Wirkt das so?

Dass das Siezen ein Teil unserer Sprachkultur ist, können wir auch manchmal beim Fernsehen z.B. in den Talkshows beobachten. Da duzen sich Moderator und der angesagte Star schon ewige Zeiten, aber in der Sendung siezen sie sich – bis ihnen ein DU rausrutscht. Fast schon entschuldigend wird erklärt, wie lange man sich im Showgeschäft schon kennt und na ja, jetzt könne man beim Du bleiben, jetzt wo es raus ist!

Also Fragen über Fragen und wir fragen uns ständig, weil wir nicht alles so hinnehmen wollen, was im Netz der Netze so geschrieben steht.

Woher kommt das Bloggen? Wer hat´s erfunden?

Die Schweizer jedenfalls nicht. Das Bloggen ist ursprünglich in der englischen Sprache beheimatet, so lesen wir. Und da kennt man das „Sie“ gar nicht. Fragt man Dolmetscher, erfahren wir, dass in der englischen Sprache sehr wohl ein Unterschied zwischen dem Sie und dem Du gemacht wird. Außerdem habe ich selbst in den USA und in London gelebt und gearbeitet und es gibt einen feinen Unterschied. Darauf werde ich jetzt nicht tiefer eingehen.

Eigentlich gefällt uns das Duzen.

Wichtig ist uns, dass wir nicht als altbacken daherkommen, also nicht als altmodisch wahrgenommen werden. Eigentlich gefällt uns die lockere Art mit dem Duzen und teilweise haben wir uns auch ans Duzen gewöhnt. Seltsamer Weise stört es uns bei IKEA nicht, aber neulich im REWE-Blättchen geduzt zu werden, empfand ich und meine Frau als störend. Dem 18 jährigen Neffen fällt dazu jedenfalls gar nichts ein: „Wo ist euer Problem?“

Siezen in der Vergangenheit und warum wir uns mit dem DU im Blog so schwer tun?

Wir fühlten und ahnten: Das wird ein SPAGAT für uns. Wir müssen mal zurückblicken in die Vergangenheit. Vor allem in unsere berufliche Vergangenheit. Wie war das mit dem “SIE”? Manches war gruselig und wollen wir nicht wiederhaben. Beim Zurückblicken kam für uns auch gleich die Frage nach dem “wer sind wir oder besser warum sind wir so und warum fällt uns das Duzen beim Bloggen so schwer?”

Wir, von PCA Wrana, sind Office Referenten in der sogenannten Präsenzschulung. Alle zwischen 50 und 65 Jahre alt. Wir sind in einer Zeit aufgewachsen und beruflich groß geworden, in der das Siezen im Beruf absolute Pflicht war. Niemand kam auf die Idee, den Chef oder einen Kunden zu duzen. Angestellte untereinander duzten sich schon, aber erst nach längerer Zeit der Zusammenarbeit. In manchen Firmen war es gar nicht gerne gesehen, wenn sich Mitarbeiter untereinander duzten – geschweige davon, dass leitende Angestellte sich duzten. Duzen im Job war ungewollte Kumpanei, ungewollte Vertrautheit.
In heutigen Firmenlandschaften geht man mit diesem Thema schon entspannter um. In jedem Fall wird der Kunde von allen Angestellten und Vorgesetzten selbstverständlich nach wie vor gesiezt. Selbst bei IKEA gibt es ein “Sie” an der Kasse, oder wenn man den Verkäufer um Hilfe bittet…“ die Gardinen finden Sie in diesem Gang…“

Schauen wir also in die Zukunft,

in die wir gerne und voller Hoffnung blicken. Ein bisschen lockerer darf es sein, nicht so verklemmt in der Sprache. Überhaupt haben wir nicht das Gefühl, dass wenn wir jemanden duzen, gleich der respektvolle Umgang miteinander vor die Hunde gehen wird. Wir haben immer den gleichen Respekt, ob wir duzen oder siezen.

Siezen oder duzen im Blog?

Wir haben uns Gedanken gemacht, ob wir in unserem Video-Blog  siezen oder duzen wollen. Wir haben in unsere Vergangenheit geblickt und in die Zukunft versucht zu schauen und uns gefragt, wer wir heute sind. Nach anfänglichen Experimenten mit „DU-Beiträgen“ kehren wir zurück zum SIEZEN in unserem Video-Blog. In unserem Video-Blog siezen wir Sie, weil

– das besser zu unserer Unternehmenskultur passt
– wir uns konsequent treu bleiben möchten
– es für uns keinen Unterschied in der Qualität der Beziehung zu unseren Kunden macht.

Wir empfinden nach wie vor das SIEZEN als den für uns richten Umgangston.

Alles Gute für Sie und weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Lernen.

Othmar Wrana

Meine Leidenschaft für das Unterrichten begann 1986. Damals wie heute übe ich meinen Beruf als Office Trainer mit Begeisterung aus und freue mich darüber, dass ich meinen grossen Erfahrungsschatz aus 30 Jahren mit Ihnen teilen darf. Ein lebenslanges Lernen ist ein Garant für den Erfolg. Viele Grüße aus Wiesbaden.

Othmar Wrana

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